27.01.2012 10:04
Jens fragt: Haglund Ferse
Hallo,
nach mehr als 10 Jahren Ausdauersport tritt nun seit ca. einem Jahr (nur wenn ich laufe) eine permanente Schleimbeutelreizung in der Ferse auf. Die Diagnose lautet "Haglund Ferse - ein geringfügig prominentes Fersenbein". Alle konservativen Behandlungsmethoden (Stoßwelle, Spritze, manuelle Therapie etc) sind ohne Erfolg verlaufen. Ich musste das laufen völlig einstellen.
Die letzte Alternative (laut Arzt) ist eine OP, bei der ein kleiner Teil des Fersenbeins entfernt werden soll. Der Chirurg (Fußspezialist), den ich dazu aufgesucht habe, sprach von einem "Luxusproblem", da ich im Alltag keine Beschwerden habe und seine Patienten normalerweise froh sind einen Zustand zu erreichen, wie ich ihn z.Z. habe. Ferner gibt es keine Garantie, dass es nach einer OP besser wird - schlechter wäre auch möglich.
Diese Aussichten und die Überlegung, dass der Knochen vermutlich mit über 40 Jahren nicht mehr wächst und ich einige Jahre vorher, bei zum Teil deutlich höheren Trainingsumfängen, keine Probleme hatte lassen mich hoffen, dass es evtl. doch noch eine Alternative gibt.
Vielleicht weiß ja jemand im Forum etwas.
Gruß
Jens

Bisherige Antworten
Friederike Feil schrieb am 28.01.2012, 15:18
Hallo Jens, auch für eine Haglund Ferse gibt es andere Lösungsmöglichkeiten als eine Operation. Ich würde an deiner Stelle versuchen durch eine optimierte Ernährung erst einmal die Entzündung herunterzuregulieren. Das heißt täglich viele Kräuter und Gewürze essen, sowie den Omega 3 Fettsäuren Anteil in der Ernährung erhöhen (Viel Fisch, besonders Hering, Leinöl...). Tolle Rezepte gibt es auch in dem Buch der Laufdiät, die alle mit vielen Kräutern und Gewürzen so konzepiert wurden, dass sie gegen Entzündungen im Körper helfen. Zusätzlich würde ich das gesamte Gelenkpaket einnehmen. Bei einer chronischen Entzündung wie bei einer Haglund Ferse der Fall, kann es bis zu 9 Monate dauern bis die Entzündung komplett weg ist. Sie sollten aber schon deutlich früher eine starke Reduktion der Schmerzen spüren.
Viele liebe Grüße,
Friederike Feil
Wenger Andreas schrieb am 02.05.2012, 13:43
Lieber Jens
Als 62-jähriger Schweizer, der zeitlebens viel Sport betrieben hat und betreibt (Leichtathletik, Biken Tennis, Ski) möchte ich dir, natürlich als Laie, Folgendes mitteilen. Ich litt seit ca 1,5 Jahren beim Tennisspielen unter Fersenschmerzen am rechten Fuss, die immer schlimmer wurden und am Schluss kein Tennisspielen mehr erlaubten. Es wurde dann eine Haglund-Ferse diagnostiziert und ein chronisch entzündeter Schleimbeutel. Stosswellentherapie wollte ich keine. Mein Arzt hat dann am 1.2.12 eine Haglundfersen-Operation durchgeführt unter Entfernung des Knochenvorsprungs und des entzündeten Schleimbeutels. Die Achillessehne war noch voll intakt. Nach 3 Wochen konnte ich erstmals biken und mit Tennisspielen habe ich bereits am 20.4.12 wieder langsam begonnen. Ein Fersenbein ist ein Knochenvorsprung, der mit entzündungshemmenden Gewürzen mitnichten verschwindet. Die Ursache der Entzündung ist ja eben dieses Fersenbein. Wenn dein Chirurg meint, du hättest ein "Luxusproblem", muss ich dem vehement widersprechen. Der Sport ist für dich und mich kein "Luxus" sondern wichtiger Teil der Lebensqualität. Aus meiner Sicht kann ich nur empfehlen, nicht zu lange zuzuwarten und die Operation bei einem ausgewiesenen Spezialisten in Angriff zu nehmen. Dann ist die Aussicht auf Wiederherstellung deiner gewohnten Lebensqualität sehr gut.
Ich wünsche dir viel Mut zum hoffentlich für dich richtigen Enmtscheid und grüsse dich herzlich.
Andreas